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Natursteine der Schweiz

Mehr als nur Granit

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Welche Natursteine prägen die Schweiz? Wenn man sich in den Städten und Gärten einmal genauer nach Naturstein umschaut, so dominiert vor allem eine Sorte das Bild: Granit. Doch das Land beherbergt noch viele weitere Natursteine. Entdecken Sie die Schweiz von ihrer mineralischen Seite!

Schöne Granitplatten
Nahaufnahme von grauen Granitplatten Urban Grey Line

Grau, grau, grau sind alle meine Natursteine

Granitplatte Urban Grey Line natursamt gebuerstet03 So sieht Schweizer Granit typischerweise aus.

Dies trifft für die Natursteine der Schweiz ziemlich genau zu. Die meisten heimischen Sorten schmücken sich in den unterschiedlichsten Grauabstufungen. Von dunklem Anthrazit bis zu hellem Taubengrau ist alles vertreten. Vor allem zwei bestimmte Natursteinsorten präsentieren sich in diesem Farbspektrum: Granit und Sandstein. Viele Schweizer Granite (bzw. Gneise, die granitähnliche Eigenschaften aufweisen) wie der Iragna, der Maggia oder der Tessiner Granit sehen sich relativ ähnlich und verkörpern die idealtypische Vorstellung dieser Natursteinsorte. Gneise und Granite werden in der Schweiz hauptsächlich im Südosten gewonnen, wo die Alpen das Land beherrschen. Neben dem „Lieblingsstein“ der Schweizer tritt aber auch der Sandstein in vielen Grautönen auf. Ob Bollinger, Berner oder Rorschacher Sandstein, es gibt kaum eine Graunuance, die hier nicht vertreten ist.

Es geht auch bunter

Blausteinplatten Azur auf Terrasse mit Pool Graublauer Kalkstein auf der Terrasse wirkt edel und erzeugt Ruhe.

Um den Farbkasten etwas aufzumischen, finden sich aber auch einige bunte Natursteine in der Schweiz. Andeerer Granit, ein grüner Granit, bei dem es sich eigentlich auch um Gneis handelt, wird im Kanton Graubünden gewonnen. Die Farbenpracht dieses Steins ist faszinierend: Pistaziengrüne Exemplare mit wolkigem Muster lassen sich ebenso entdecken wie solche von einem satten Blattgrün, das von weißen Streifen durchzogen ist. Einen ganz anderen, ebenfalls farbenfrohen Naturstein kann man in der Nähe von Basel bestaunen: Den Liesberger Kalkstein. Er zählt zu den einzigen fünf Kalksteinen, die sich beflammen lassen, und erstrahlt in warmen Gelb-, Beige- und Rottönen. Auch der Muschelkalk aus Mägenwil trumpft mit diesen warmen Farben, kleidet sich aber ab und an auch in edel anmutendem Blaugrau. So wird die ganze Farbpalette durch die Natursteine der Schweiz abgedeckt.

In der Schweiz setzt man sich für Naturstein ein: Die Arbeitsgemeinschaft „Pro Naturstein Schweiz“ (http://www.pronaturstein.ch/) vereint verschiedene Verbände aus der steinverarbeitenden Branche. Die Gemeinschaft hat zum Ziel, die Öffentlichkeit für den faszinierenden Baustoff Naturstein zu sensibilisieren. Zu diesem Zweck wurde neben vielen weiteren Publikationen auch die „Mustermappe Schweizer Naturstein“ herausgegeben, die kleine Muster von Original Schweizer Natursteinen enthält. Ein Trägerverband von Pro Naturstein Schweiz ist der NVS, der „Natursteinverband rel="noopener noreferrer" Schweiz“ (http://www.nvs.ch/), der für die Organisation der natursteinverarbeitenden Industrie zuständig ist. Der Verband hat z.B. im Jahre 2014 ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das untersucht, warum Natursteinböden trotz fachgerechter Verlegung manchmal Schaden nehmen oder sich verfärben. Sie sehen, Natursteine sind in der Schweiz ein geschätztes Produkt!

Naturstein Live: Der Sechseläutenplatz

20150311 Sechselaeutenplatz 01 Der Sechseläutenplatz in Zürich lädt zum Entspannen und Verweilen ein.

Doch der Naturstein wird nicht nur durch die Arbeit der Verbände in das Bewusstsein der Schweizer gerückt: Vielerorts kann man schöne Natursteinbauten bewundern. Ein Beispiel stellt der Sechseläutenplatz in Zürich dar. Hier wurden im Zuge der Umgestaltung 2013 110.000 Gesteinsblöcke aus Valser Quarzit verbaut. Der Bodenbelag erzeugt ein einzigartiges Ambiente, das von vielen Besuchern täglich genossen wird. Die Mineralien und Quarzadern sind durch die Alpenfaltung kurvenförmig angeordnet, wodurch die Kraft der Natur besonders anschaulich zur Geltung kommt. Auch die Größe des Platzes imponiert: Über 15.000 m² tragen zur eindrucksvollen Atmosphäre am Rande der Zürcher Altstadt bei. Das Verweilen auf dem Sechseläutenplatz ist nur zu empfehlen!

Streitthema: Natursteine aus der Schweiz oder dem Ausland kaufen?

Steinbruch an einem sonnigen Tag aus der Vogelperspektive Heimischer Kalksteinbruch [Foto: Karl-Otto Eichwalder : ,,Gräfenberg, steinbruch‘‘ unter CC-Lizenz]

Dieses Thema erhitzt die Gemüter der Eidgenossen. Jedem ist klar, dass das Schweizer Natursteinoriginal teurer als seine ausländischen Pendants ist. Aber rechtfertigt ein besserer Preis schon den Importstein? Die Meinungen sind hier sehr unterschiedlich:

Die Anhänger der Natursteinbeschaffung in unserer Heimat argumentieren vor allem mit Originalität, Qualität und Nachhaltigkeit: Die Schweizer Steine haben wohlklingende Namen und geben uns einen emotionalen und authentischen Bezug zur bekannten Region. Die Abbau- und Produktionsmethoden sind zudem modern und folgen europäischen Standards. In puncto Nachhaltigkeit bestehen praktisch keine Bedenken, dass in den heimischen Fabriken gängige Arbeitssicherheits- oder Umweltschutzbedingungen verletzt werden. Vor allem hinsichtlich dem letzten Punkt wird vor der Auslandskonkurrenz häufig gewarnt, weil bei Naturstein, der über lange globalen Lieferketten an das Schweizer Ziel gelangt, häufig nicht vollständig nachvollziehbar ist, wie er hergestellt wird.

Wer sich hingegen für Steine entscheidet, die aus dem Ausland stammen, ist vor allem preisbewusst. Denn Natursteine aus der Schweiz kosten schnell das zwei bis dreifache von ausländischen vergleichbaren Produkten. In Sachen Qualität des Endprodukts haben aufgeklärte Schweizer Endkunden entdeckt, dass eine Steinfliese am Ende nicht schlechter sein muss, weil sie aus dem Natursteinland Brasilien oder der Türkei stammt. Letztlich macht nämlich hier die Nachfrage die Musik: Schweizer Natursteinhändler können es sich faktisch nicht leisten, Steine aus dem Ausland an ihre Kunden zu verkaufen, die nicht maßhaltig, nicht frostfest oder schlecht bemustert sind und führen deshalb eigene Qualitätsmanagementprozesse durch und nutzen nur ausländische Exporteure, die entsprechend zertifiziert sind. Letztlich wird der Endkunde also über den Handel und seine Prozesse angemessen abgesichert.

Die Arbeitsbedingungen sind natürlich in China oder Indien nicht die Gleichen, wie in der Schweiz. Das gilt für alle Importerzeugnisse vom Kugelschreiber bis zur Granitplatte. Allerdings zeigt das Bemühen der Natursteinbranche, nachhaltige Beschaffungswege zertifizieren zu lassen (über Siegel, wie zum Beispiel Xertifix), dass man es sich nicht leisten kann, Nachhaltigkeit hier zu ignorieren.

Fazit: Die Schweiz ist ein Natursteinland

Egal, aus welchem Steinbruch der Welt der Naturstein - oftmals auf langen Wegen - zum Endkunden findet, die Schweizer bleiben dem wunderschönen Naturprodukt treu. Und den annähernd 500 natursteinvertreibenden Händlern und Produzenten in der Schweiz wird die Arbeit nicht ausgehen.

Hände auf Keyboard, daneben eine Brille und eine Tasse Kaffee
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